Sportlerhernie

Prof. Dr. René Holzheimer

Oft nicht erkannt, oft falsch behandelt: Um eine Sportlerhernie zu diagnostizieren und zu behandeln, braucht es viel Know-how und Erfahrung. Beides bringt Prof. Dr. René Holzheimer in das Chirurgiezentrum Sant’Anna ein.

Prof. Dr. Holzheimers Karriere ist beeindruckend. Nach dem Studium in Berlin, Heidelberg, Utrecht, London und an der Stanford University erwirbt er den Facharzttitel eines Chirurgen mit sportmedizinischer Zusatzausbildung, ist u.a. zwei Jahre an der Harvard University in Boston tätig, habilitiert in Würzburg und arbeitet nun seit drei Jahren am Chirurgiezentrum Sant’Anna.

Dort bringt er vor allem seine Erfahrung mit einer leider häufigen – und wohl am häufigsten missverstandenen – Sportlererkrankung ein: der Sportlerhernie. Sie tritt in erster Linie bei Leichtathleten, Golfern, Fußball- und Eishockeyspielern auf. „Bei diesen Sportarten kommt es zu Drehbewegungen, die die schräge Bauchmuskulatur derart belasten, dass es zu Einrissen des Leistenkanals kommen kann“, so Prof. Holzheimer.

Oft falsche Diagnose mit weitreichenden Folgen

Von außen sind solche Verletzungen nicht sichtbar, eine Vorwölbung wie bei einem Leistenbruch gibt es nicht, allerdings äußert sich die Sportlerhernie durch chronische Schmerzen im Leistenbereich, aber auch in Unterbauch, Hüfte oder Oberschenkel, die sich bei einer plötzlich stärkeren Belastung noch verstärken. „Die Symptomatik führt dazu, dass eine Sportlerhernie oft mit einer Adduktorenzerrung oder Hüftveränderungen verwechselt wird“, erklärt der erfahrene Chirurg.

Das Problem ist: Wird eine Sportlerhernie über längere Zeit nicht behandelt, führen die Schmerzen zu einer Schonhaltung. Diese überlastet die Hüfte und Wirbelsäule und führt zu schweren Schäden, die nur sehr aufwändig repariert werden können.

Sportlerhernie bedarf einer „kriminalistischen“ Anamnese

Dass der Arzt eine Sportlerhernie erkennt, ist für den Patienten daher essentiell. Allerdings ist die Diagnose nicht einfach, Prof. Holzheimer spricht gar von einer „kriminalistischen“ Herangehensweise, in die nicht nur sein Fachwissen und seine Erfahrung einfließen. „Es bedarf einer engen Zusammenarbeit mit den Kollegen der anderen Fachbereiche hier an der Privatklinik Sant’Anna“, sagt der Chirurg.

So steht zuerst eine eingehende Anamnese an, danach geht’s zur Ultraschalluntersuchung. „Nur mit ihrer Hilfe kann eine Vorwölbung oder ein Defekt der Hinterwand der Leiste erkannt werden, die auf einen Nervenast drückt und dadurch die chronischen Schmerzen verursacht“, so Prof. Holzheimer.

Bevor es in den Operationssaal geht, infiltriert Prof. Holzheimer die Leiste zudem mit einem kurz wirksamen Betäubungsmittel. „Damit wird nur das Weichteilgewebe betäubt, in dem der Nerv verläuft“, erklärt der Chirurg. Verschwindet der Schmerz, ist dies ein weiteres Indiz für eine Sportlerhernie, während eine Adduktorenzerrung, eine Knochen- oder Sehnenentzündung ausgeschlossen werden können.

Schmerzursache wird durch Operation beseitigt

Ist die Diagnose „Sportlerhernie“ einmal bestätigt, geht’s in den Operationssaal. Operiert wird nicht laparoskopisch, sondern offen: „Nur so können wir erkennen, wo der Nerv eingeklemmt, verändert oder erkrankt ist“, erklärt Prof. Holzheimer. Hat er die Schmerzursache lokalisiert, wird der betroffene Nervenast entfernt.

Die Operation wird – wann immer möglich – unter örtlicher Betäubung durchgeführt, was eine schnellere Rehabilitation und Mobilisierung der Patienten ermöglicht. Nach der Operation ist mit geringem Wundschmerz und leichten Sensibilitätsstörungen im behandelten Bereich zu rechnen, die aber nach ein, zwei Wochen abklingen.

Begleitet wird die Rehabilitation vom Physiotherapeuten-Team der Privatklinik Sant’Anna, das jene Beschwerden beseitigt, die durch eine Schiefhaltung und eine entsprechende Belastung von Muskeln und Bändern entstehen. Während die Chirurgen also deren Ursache beseitigen, nehmen sich die Physiotherapeuten der Folgen meist monatelanger Schmerzen an.

In der Privatklinik Sant’Anna werden Patienten mit einer Sportlerhernie also rundum behandelt und betreut. „Ich komme unheimlich gern hierher“, sagt Prof. Holzheimer, „weil ich hier eine Atmosphäre vorfinde, wie ich sie mir für meine Arbeit wünsche“.

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