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Nieren- und Harnleitersteine: Minimalinvasive endoskopische Laserbehandlung

Chirurgen: Dr. Matteo Rani | Dr. Alessandro Cielo

Keine Schnitte, keine Punktionen: Laser-Zertrümmerung von Nieren- und Harnleitersteinen und Entfernung auf natürlichem Wege

Harnsteine sind häufig und äußern sich meist durch eine Nierenkolik, also sehr starke Schmerzen im Lendenbereich, die bis in die Leistengegend ausstrahlen können und mitunter von Übelkeit und Erbrechen begleitet werden. Werden sie nicht rechtzeitig behandelt, können auch ernsthafte Komplikationen auftreten, etwa eine Schädigung der Niere, eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion oder schwere Infektionen.

Im Chirurgiezentrum St. Anna können Harnleiter- und Nierensteine mit minimalinvasiven endoskopischen Verfahren (URS, RIRS) behandelt werden, die mit der Laserlithotripsie kombiniert werden, also mit der Zertrümmerung der Steine durch Laserenergie.

Diese Verfahren ermöglichen es, die Steine über die Harnwege zu erreichen und zu behandeln – ohne Hautschnitte, Punktionen oder äußere chirurgische Zugänge.

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Was sind Harnleiter- und Nierensteine? Welche Beschwerden verursachen sie?

Harnsteine sind feste Ablagerungen in den Harnwegen. Sie können in der Niere entstehen und dort zunächst unbemerkt bleiben, vor allem wenn sie klein sind. Wandern sie aber in den Harnleiter, also in den Verbindungsgang zwischen Niere und Blase, können sie den Urinabfluss behindern und eine Nierenkolik auslösen.

Harnleitersteine finden sich im Harnleiter und verursachen häufig die stärksten Beschwerden, weil sie in einem engen Gang eine Blockade verursachen können. Nierensteine finden sich in der Niere. Auch wenn sie zunächst keine Schmerzen verursachen, sollten sie von einer Fachärztin/einem Facharzt beurteilt werden, wobei Größe, Lage, Anzahl und Zusammensetzung der Steine, die Beschwerden sowie das Risiko für Wachstum, Infektionen oder eine mögliche Wanderung in den Harnleiter eine Rolle spielen.

Die häufigsten Symptome sind plötzlich auftretende, starke Schmerzen im Lendenbereich, die oft in Unterbauch, Leiste oder Genitalregion ausstrahlen. Begleitend können Übelkeit, Schweißausbrüche, Erbrechen, Unruhe oder die Unfähigkeit auftreten, eine schmerzlindernde Position zu finden. Weitere Beschwerden, die abgeklärt werden sollten, sind Blut im Urin, Brennen beim Wasserlassen, häufiger oder dringender Harndrang, wiederkehrende Harnwegsinfektionen, Fieber oder Schüttelfrost. Starke Schmerzen, Fieber, eine Infektion, Blut im Urin oder der Verdacht auf eine Harnabflussstörung erfordern eine möglichst umgehende fachärztliche Abklärung.

Von der traditionellen Operation zur minimalinvasiven Behandlung

Früher wurden Harnsteine in vielen Fällen im Zuge einer offenen Operation entfernt. Eine solche ist ein invasiver Eingriff und belastet das Gewebe stark. Heute muss nur noch selten auf die offene Chirurgie zurückgegriffen werden, während Harnsteine in den meisten Fällen mit weniger invasiven Verfahren behandelt werden können. Welche Techniken dabei am besten geeignet sind, hängt von Lage, Größe und Härte des Steins ab, aber auch von der Anatomie der Harnwege sowie vom Gesundheitszustand der Patientin bzw. des Patienten. Mögliche Behandlungen sind die extrakorporale Stoßwellenlithotripsie, die intrakorporale Lithotripsie mit endoskopischen (etwa URS und RIRS) oder perkutanen Verfahren sowie – seltener – größere chirurgische Eingriffe.

Welche Behandlung zum Einsatz kommt, wird stets individuell abgestimmt. Nicht jeder Stein muss operiert werden und nicht jeder Stein kann mit derselben Methode behandelt werden.

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URS: Starre Ureterorenoskopie und Laser-Lithotripsie bei Harnleitersteinen

Die starre Ureterorenoskopie, kurz: URS, wird in erster Linie zur Behandlung von Steinen im Harnleiter eingesetzt.

Über miniaturisierte starre endoskopische Instrumente erreicht die Spezialistin bzw. der Spezialist den Stein über die natürlichen Harnwege. Sobald der Stein lokalisiert ist, wird er mithilfe von Laserenergie zertrümmert. Die Bruchstücke können anschließend entsprechend der ärztlichen Empfehlung entfernt oder auf natürlichem Wege ausgeschieden werden. Eine URS ist vor allem dann angezeigt, wenn ein Harnleiterstein eine Blockade, eine Nierenkolik oder anhaltende Schmerzen verursacht oder nicht von selbst ausgeschieden werden kann. Wenn der klinische Zustand der Patientin bzw. des Patienten es zulässt, also weder eine Infektion noch eine Niereninsuffizienz vorliegen und der Harnleiter mit den endoskopischen Instrumenten sicher passiert werden kann, kann der Eingriff unmittelbar durchgeführt werden. Andernfalls kann in der akuten Phase zunächst ein Harnleiterstent eingesetzt werden, also dünnes Röhrchen, das dazu beiträgt, die Blockade zu verhindern oder zu beseitigen. Die Ureterorenoskopie kann dann einige Wochen später durchgeführt werden.

RIRS: Flexible Ureterorenoskopie und Laser-Lithotripsie bei Nierensteinen

Die RIRS, kurz für Retrograde Intra-Renal Surgery, ist ein endoskopisches Verfahren, mit dem die Niere über die natürlichen Harnwege erreicht werden kann.

Mithilfe eines flexiblen Instruments kann die Chirurgin/der Chirurg den Harnleiter passieren und bis in das Niereninnere vordringen. Die vergrößerte und hochauflösende Sicht ermöglicht die Lokalisierung der Nierensteine, die mit Laserenergie zertrümmert werden, selbst wenn sie tiefer im Niereninneren oder an schwer zugänglichen Stellen liegen. Dadurch kann die Belastung für die Patientin/den Patienten im Vergleich zu anderen chirurgischen Verfahren reduziert werden.

URS- und RIRS-Eingriffe werden in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt und erfordern einen stationären Aufenthalt von einer Nacht.

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Urologisches Know-how am Chirurgiezentrum St. Anna

Im Chirurgiezentrum St. Anna werden endoskopische Eingriffe bei Harnleiter- und Nierensteinen von Dr. Matteo Rani und Dr. Alessandro Cielo durchgeführt. Beide sind Fachärzte für Urologie mit Erfahrung in der minimalinvasiven und endoskopischen Chirurgie der Harnwege.

Dr. Rani hat seinen Schwerpunkt auf minimalinvasive Chirurgie und Endourologie gelegt. 2017 hat er den Titel Fellow of European Board of Urology (FEBU) erworben, seit 2023 verfügt er über eine spezialisierte Funktion im Bereich Endourologie.

Dr. Cielo ist Urologe und Androloge. Zu seinen wichtigsten Tätigkeitsbereichen gehören die laparoskopische Chirurgie, die Behandlung von Harnsteinen mit endoskopischen und perkutanen Verfahren sowie die Andrologie.

Gleich auf mehrere Spezialisten zurückgreifen zu können, ermöglicht eine gezielte Beurteilung jedes einzelnen Falls und die Wahl des am besten geeigneten Verfahrens. Dieses hängt von der Lage des Steins (im Harnleiter? in der Niere?) ebenso ab wie von der Größe, der anatomischen Situation und dem Gesundheitszustand des Patienten bzw. der Patientin.

Die Vorteile für Patientinnen und Patienten

Die minimalinvasive Behandlung von Harnleiter- und Nierensteinen mit URS, RIRS und Laser-Lithotripsie bietet konkrete Vorteile für Patientinnen und Patienten.

Der wichtigste Vorteil ist der Zugang über die natürlichen Harnwege: Die Chirurgen erreichen den Stein über die Harnwege – ohne Hautschnitte, Punktionen oder äußere chirurgische Zugänge.

Ein weiterer entscheidender Vorteil ist die hohe Präzision. Die miniaturisierten Instrumente, die vergrößerte und hochauflösende Sicht sowie der Einsatz von Laserenergie ermöglichen ein gezieltes Arbeiten in sehr kleinen Strukturen wie Harnleiter und Nierenkelchen.

Der Einsatz hochmoderner Instrumente, einschließlich steriler Einmalinstrumente, trägt zudem dazu bei, hohe Sicherheitsstandards und eine kontrollierte Durchführung des Eingriffs zu gewährleisten.

Im Vergleich zu herkömmlichen chirurgischen Verfahren ermöglichen URS und RIRS mit Laser-Lithotripsie in der Regel eine schnellere Genesung, einen kürzeren Klinikaufenthalt und eine raschere Rückkehr in den Alltag. Allerdings ist die Erholungszeit individuell und hängt nicht zuletzt von Art und Lage des Steins, dem angewandten Verfahren, dem Gesundheitszustand und dem postoperativen Verlauf ab.

Eine individuelle Behandlung für jede Patientin/jeden Patienten

Harnleiter- und Nierensteine sind nicht bei allen Patientinnen und Patienten gleich. So erfordert ein Harnleiterstein, der eine Kolik und eine Abflussbehinderung verursacht, eine andere Beurteilung als ein beschwerdefreier Nierenstein oder eine komplexe Steinbildung.

Deshalb wird an der Privatklinik St. Anna die Behandlungsmethode nach einer urologischen Untersuchung, der Beurteilung bereits vorhandener Befunde und – falls erforderlich – weiterer diagnostischer Untersuchungen festgelegt, etwa Ultraschall, CT des Abdomens sowie Blut- und Urinuntersuchungen. Ziel ist, für jede einzelne Patientin und jeden einzelnen Patienten die geeignetste Behandlungsmethode zu bestimmen.

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