Endoskopische Eingriffe zum Abnehmen
Dott. Marco Franceschin
Wer mit Übergewicht zu kämpfen hat, kann auch auf chirurgische Hilfe zählen. So gibt es die klassische bariatrische Chirurgie und daneben eine ganze Reihe minimal-invasiver Eingriffe zur Bekämpfung der Adipositas – vom Platzieren eines Magenballons über die Endosleeve-Technik bis hin zur vertikalen Magenverkleinerungsplastik.
Der Kampf gegen Übergewicht ist ein harter und so manch einer scheitert mit den traditionellen Waffen. In diesem Fall kann die bariatrische Chirurgie Abhilfe schaffen, deren klassische Eingriffe die Schlauchgastrektomie oder ein Magenbypass sind.
Neben diesen bereits seit langem praktizierten Eingriffen hat sich in den letzten Jahren eine ganze Reihe von minimal-invasiven Behandlungsmethoden etabliert. So ist es heute dank der Entwicklung neuer endoskopische Technologien möglich, das Übergewicht deutlich zu reduzieren und mit Fettleibigkeit einhergehende Krankheiten zu lindern. Dazu gehören unter anderem Diabetes, Bluthochdruck, Schlafapnoe und Gelenkbeschwerden.
Im Chirurgiezentrum St. Anna ist es der Allgemeinchirurg Dr. Marco Franceschin mit seiner langjährigen Erfahrung mit endoskopischen Behandlungen des Verdauungsapparats, der sich um die bariatrische und metabolische Chirurgie einerseits und um endoskopische Eingriffe andererseits kümmert. Dabei arbeitet er mit dem Zentrum zur Bekämpfung von Adipositas in Rovereto zusammen und kann auf eine Allurion-Ellipse-Zertifizierung verweisen.
Platzieren eines Magenballons
Als eine der ersten minimal-invasiven Behandlungen von Fettleibigkeit wurde das Platzieren eines Magenballons (endoskopisch oder ambulant) lanciert. Dieser Ballon wird mit rund einem halben Liter Wasser gefüllt, nimmt also nicht nur Raum im Magen ein, sondern drückt auch auf die Magenwand und verschafft der Patientin oder dem Patienten ein vorzeitiges Sättigungsgefühl.
Diese Hilfsmittel können mit oder ohne Anästhesie eingesetzt werden und verbleiben für einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten im Magen der Patientin oder des Patienten.
Die Auswirkungen auf das Körpergewicht der Patientinnen und Patienten hängen auch von der Einhaltung einer geeigneten Diät sowie von sportlicher Betätigung ab, die Gewichtsabnahme kann aber mitunter 20 Prozent des Körpergewichts übersteigen.
Endosleeve oder vertikale Magenverkleinerungsplastik
Zur endoskopischen Behandlung von Adipositas hat sich in den letzten Jahren immer stärker eine Technik durchgesetzt, die in Fachkreisen „Endosleeve“ genannt wird. Bei dieser Technik handelt es sich um eine endoskopisch durchgeführte Magenplastik, durch die das Magenvolumen deutlich verringert wird, und zwar ohne dass dafür Teile des Magens entfernt werden müssten. Das Ziel dieses Eingriffs ist klar: Ein kleinerer Magen kann weniger Nahrung aufnehmen. Die Endosleeve-Technik gilt heute als wirksamer als das Platzieren eines Magenballons und liefert nach einem Jahr bessere Ergebnisse in Bezug auf die Verringerung des Körpergewichts. Im Normalfall wird der Eingriff unter Vollnarkose durchgeführt, die Patientin oder der Patient können nach 24 Stunden wieder entlassen werden.
Vorteile endoskopischer Eingriffe zum Abnehmen
Die Behandlung von Fettleibigkeit erfolgt stets mit Blick auf die jeweils individuelle Vorgeschichte der Patientinnen und Patienten, sie ist aber immer ein langer und schwieriger Weg, der die Patientinnen und Patienten ein Leben lang begleitet.
Der endoskopische Ansatz ist eine gute Alternative zu den klassischen chirurgischen Behandlungsmethoden, sofern es um Patientinnen und Patienten mit leichter bis mittelschwerer Adipositas geht. Voraussetzung ist allerdings auch, dass diese bereit sind, ihren Lebensstil und ihre Essgewohnheiten zu ändern. Zudem kommen endoskopische Behandlungsmethoden auch bei schwerer und sehr schwerer Adipositas zum Einsatz, und zwar als sogenannte „bridge to surgery“, als Übergangslösung demnach, um der Patientin oder dem Patienten einen zweiten Eingriff zu ermöglichen, der dann wieder endoskopisch oder klassisch chirurgisch erfolgt.