Diagnose und individuelle Behandlung von Sportlerhernien, Leistenbrüchen und Nabelbrüchen in der Privatklinik St. Anna in Meran.
Von Prof. René Holzheimer, Facharzt für Chirurgie und Sportmedizin, tätig in München und seit mehreren Jahren als Spezialist in der Privatklinik St. Anna.
Hernien der Bauchwand können in unterschiedlichen Formen auftreten, nicht immer verursachen sie dabei eine von außen erkennbare Wölbung. Für die Wahl der optimalen Behandlungsmethode ist es daher wichtig, die Lage des Bruchs, die Ursache der Beschwerden und die individuellen Voraussetzungen der Patientin bzw. des Patienten detailliert zu beurteilen.
Diese Abklärung zeigt auch, ob die jeweilige Hernie minimalinvasiv behandelt werden kann, also über einen kleinen Einschnitt, ambulant und in örtlicher Betäubung.
Was sind Sportlerhernien?
Sportlerhernien sind oft die Ursache von Leistenbeschwerden, die in der Medizin unter dem Oberbegriff „Pubalgie“ laufen. Die Sportlerhernie macht sich durch Schmerzen bemerkbar, die bis in den Oberschenkel ausstrahlen können. Betroffen sind in erster Linie Sportlerinnen und Sportler, die in ihren jeweiligen Disziplinen häufig beschleunigen, sich drehen oder die Richtung wechseln müssen. Klassische Beispiele sind Fußball, Tennis, Golf, Eishockey oder Leichtathletik. Im Unterschied zu klassischen Leistenbrüchen ist bei Sportlerhernien von außen oft weder eine Beule noch eine Wölbung erkennbar. Die Schmerzen können von Verletzungen der Muskulatur bzw. des Gewebes der Bauchwand oder auch von einem kleinen, in der Bauchwand befindlichen Nervenast stammen. Die Ursache der Sportlerhernie ist also meist in der vorderen Bauchwand zu suchen. Dabei hat die Erfahrung von Prof. Holzheimer gezeigt, dass diese Region über eine laparoskopische Operation mit TAPP- oder TEP-Technik nicht unmittelbar zugänglich ist. Die jeweilige Behandlungsmethode muss also individuell abgeklärt werden, wobei die dafür nötige fachärztliche Abklärung oft eine dynamische Ultraschalluntersuchung umfasst. Mit ihr kann die Verletzung genau lokalisiert werden, zudem können andere Ursachen für die Schmerzen in der Leistenregion ausgeschlossen werden. Wenn es der Befund zulässt, können Sportlerhernien auch minimalinvasiv behandelt werden, also über einen kleinen Schnitt im vorderen Bereich der Leiste.
In der Privatklinik St. Anna in Meran kann dieser Eingriff bei entsprechender Indikation ambulant und in örtlicher Betäubung, also ohne Vollnarkose, durchgeführt werden.
Leistenbruch
Ein Leistenbruch ist eine Schwachstelle oder Lücke in der Bauchwand, durch die Darm oder Fettgewebe aus dem Bauchraum nach außen drücken kann. Ursachen dafür können eine Bindegewebsschwäche oder auch eine Überlastung sein, etwa durch schweres Heben.
Ein Leistenbruch kann sich durch folgende Symptome zeigen:
- Eine Wölbung in der Leistengegend
- Ein Druck- oder Spannungsgefühl
- Schmerzen oder Beschwerden bei körperlicher Anstrengung
- Brennen oder intermittierende Schmerzen in der Leiste
Nicht jeder Leistenbruch ist unmittelbar sichtbar. Vielmehr muss er durch eine chirurgische Visite abgeklärt werden, bei der – falls notwendig – auch eine Ultraschalluntersuchung herangezogen wird. Die Untersuchung zeigt dabei in erster Linie, ob die Beschwerden tatsächlich durch einen Leistenbruch hervorgerufen werden oder ihre Ursache in Veränderungen der vorderen Bauchwand liegen. Diese Unterscheidung ist für die Wahl der Operationstechnik entscheidend.
Laparoskopische Operation oder Eingriff über einen kleinen Einschnitt?
Leistenbrüche können unterschiedlich chirurgisch behandelt werden. Bei einem laparoskopischen Eingriff mit TAPP- oder TEP-Technik wird die Lücke von innen durch ein überlappendes Netz verschlossen. Der Eingriff erfolgt im Normalfall in Vollnarkose. Wie Prof. Holzheimer betont, können allerdings nicht alle Veränderungen oder Beschwerden im Bereich der vorderen Bauchwand durch einen laparoskopischen Eingriff unmittelbar erreicht und behandelt werden. Bei kleineren Verletzungen und ausgewählten Patientinnen und Patienten kann der Leistenbruch alternativ über einen kleinen Schnitt in der Leistenregion operiert werden. Je nach den Besonderheiten des jeweiligen Falls kommen dafür verschiedene Methoden infrage:
- Eine Nahttechnik ohne Netz, etwa die Shouldice-Technik
- die Implantation eines Netzes
- eine kombinierte Technik aus Naht und Netz
Ist ein Netz erforderlich, kann dieses so platziert werden, dass es sowohl die hintere als auch die vordere Bauchwand stabilisiert. Ein Vorteil der von Prof. Holzheimer genannten kombinierten Naht-Netz-Technik besteht darin, dass in geeigneten Fällen weniger Fremdmaterial eingesetzt werden kann als bei einer laparoskopischen Operation mit Netzen größerer Dimensionen.
In der Privatklinik St. Anna kann der Eingriff bei geeigneten Patientinnen und Patienten ambulant und in örtlicher Betäubung durchgeführt werden.
Nabelbruch
Bei einem Nabelbruch handelt es sich um eine Lücke im Bereich des Nabels oder unmittelbar oberhalb desselben. Diese Lücke kann durch eine Bindegewebsschwäche oder einen erhöhten Druck im Bauchraum begünstigt werden, etwa bei Übergewicht oder durch wiederholte körperliche Belastungen.
Behandelt werden Nabelbrüche
- laparoskopisch, in der Regel unter Vollnarkose, wobei von innen ein Netz eingesetzt wird
- über einen kleinen Schnitt in der Nähe des Nabels
- mit Hilfe einer Nahttechnik, durch Einsetzen eines Netzes oder mit einer Kombination beider Verfahren
Bei vielen Nabelbrüchen, die operativ behandelt werden müssen, sehen die Leitlinien die Möglichkeit einer offenen Operation mit Einlage eines flachen Verstärkungsnetzes vor. Die Wahl der Operationsmethode hängt jedoch von der Größe der Verletzung, den Beschwerden und den individuellen Merkmalen der Patientin bzw. des Patienten ab.
In der Privatklinik St. Anna kann der Eingriff bei entsprechender Indikation ambulant und in örtlicher Betäubung erfolgen.
Individuelle Behandlung für jede Hernie
Es gibt keine einzige Operationstechnik, die für alle Patientinnen und Patienten gleichermaßen geeignet ist. Bei der fachärztlichen Untersuchung werden unter anderem folgende Faktoren berücksichtigt:
- Art und Größe der Hernie
- Lage und Eigenschaften der Schmerzen
- sportliche und berufliche Belastungen
- vorausgegangene Operationen
- allgemeiner Gesundheitszustand
- Möglichkeit einer ambulanten Behandlung in örtlicher Betäubung
Ziel ist, eine wirksame und möglichst schonende Behandlung zu wählen, die auf den individuellen Befund abgestimmt ist.
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